All-in-One-PCs

Wissen Sie eigentlich, was ein Terminalrechner ist? Nein, das ist kein Computer, der am Flughafen dafür zuständig ist, dass die Passagiere alle den richtigen Flieger erwischen. Und es hat auch nichts mit Ihrem Terminplan zu tun. Wir geben Ihnen noch einen Tipp: Wenn Sie in den 1970er-Jahren in einem Büro gesessen sind, dann könnten Sie vielleicht draufkommen. Na, klingelts? Auch nicht? Na, dann lassen Sie es uns erklären: Ein Terminalrechner ist eine Vorform der Computer, die aus einem Kasten, das ein Display und den Rechner samt Tastatur enthielt, bestand. Entwickelt wurde es übrigens, um die Fernschreiber zu ersetzen. Der große Vorteil dieser Terminalrechner gegenüber den Fernschreibern war damals in der Computer-Steinzeit der 1970er-Jahre der Bildschirm. Denn durch die Bewegungsmöglichkeiten des Cursors konnten erstmals Änderungen im laufenden Text vorgenommen werden.

Alles in einem Bildschirm. Warum wir Ihnen das alles erzählen? Weil Terminalrechner die Urahnen von AII-in-One-Rechnern sind. Und die liegen jetzt voll im Trend. Läuft man heutzutage durch einen Elektronikfachmarkt, könnte einem nämlich die Frage in den Kopf schießen, ob nur mehr Monitore und keine Computer mehr dazu verkauft werden. Denn genau so sehen die neuen Dinger aus: Ein Flachbild-Monitor, in dem der PC gleich mit drin steckt. Ein klobiger schwarzer Kasten muss man dabei nicht mehr unter dem Tisch verstecken. Und ein All-in-One sieht nicht nur richtig hübsch aus, er spart auch Platz und Strom.

Flache Bauweise. Weil aber moderne Flachbildschirme wesentlich weniger Platz für Computerkomponenten bieten als alte dicke Röhrenmonitore, stecken in vielen Modellen Bauteile aus Note- oder Netbooks. Daraus ergeben sich auch gleich zwei Gerätekategorien: der richtige Desktop-Ersatz. Das sind All-in-Ones mit schnellen Intel Core 2 Quad Prozessoren. Diese Geräte eignen sich, wie ganz normale PCs auch, fürs E-Mails checken oder Internet, aber auch für anspruchsvollere Aufgaben, wie etwa Videobearbeitung oder Computerspiele. Dazu gehören etwa Geräte wie der neue iMac, der Acer Aspire AZ 5610 oder der HP TouchSmart 600.

Computer müssen einfacher werden. Die billigere, weil technisch einfachere Variante bilden die sogenannten Nettops, einfache Kompaktrechner, die gerade genug Rechenleistung für Websurfen, Textverarbeitung, Musik hören oder Video-Wiedergabe bieten. Und dass sie jetzt erst richtig durchstarten, hat mit dem Erfolg der Netbooks zu tun. Denn der hat nämlich den Herstellern gezeigt, dass viele Käufer auf Hardwareleistung verzichten, wenn sie dafür ein kompaktes Gerät zu einem niedrigen Preis bekommen.

Alles in einem Gehäuse. In eine ähnliche Richtung dürften wohl auch die Überlegungen bei einer Computerfirma aus Cupertino/Kalifornien Ende der 1990er-Jahre gegangen sein. Denn das Konzept des 1998 vorgestellten iMacs war, eine möglichst einfache Bedienbarkeit für eine technisch weniger versierte Zielgruppe zu schaffen. Und alles - bis auf die Tastatur - was der iMac zum Arbeiten brauchte, steckte bereits in seinem 15-Zoll-Röhrenmonitor. Besonderes Aufsehen erregte er, der so ganz nebenbei als erster Computer für die Datenübertragung auf die unkomplizierte und schnelle USB-Schnittstelle setzte, aber aufgrund der bunten Gehäusegestaltung. Bis zu diesem Zeitpunkt waren nämlich Computer - warum auch immer - in stinklangweiligem Beige, tristem Grau oder neutralem Schwarz gehalten. Der Apple-Computer war blau, grün oder rot. Der Erfolg blieb nicht aus. Der iMac markiert den Beginn des kommerziellen Comebacks der Firma Apple. Das "i" im iMac hatte, laut der Präsentation von 1998, gleich mehrere Bedeutungen und stand für: „"internet, individual, instruct, inform und inspire". In den darauffolgenden Jahren wurde das "i" zum Markenzeichen vieler Apple-Produkte, wie etwa der iPod oder das iPhone.

Drücken! Mit dem Finger! Und genauso wie die Bedienung des iPhones den Handymarkt umkrempelte, soll das nun auch bei den Computern passieren. Eines der auffälligsten Features dieser neuen Computer-Spezies ist ihre Bedienung, die funktioniert beim Großteil der Geräte nämlich mit dem Finger. Bei Multitouch erkennt das Gerät sogar den Einsatz von zwei oder mehr Fingern. Und weil Windows 7 und 8 schon konsequent auf die Touch-Bedienung ausgelegt wurde, können wir jetzt ohne Tastatur- und Maus-Eingaben, per Fingerzeig etwa, Bilder drehen, vergrößern oder verkleinern. Und wie beim iPhone lassen sich Desktop-Symbole antippen, öffnen und schließen oder auch verschiedene Anwendungen per Finger bedienen. Drag & Drop, also das "Ziehen und Fallenlassen" - eine Methode zur Bedienung grafischer Benutzeroberflächen von Computern - bekommt somit eine ganz neue Bedeutung.

Büroalltag ohne Touch. Die neuen All-in-Ones bedienen sich natürlich lustig und intuitiv, um etwa in Fotoalben zu blättern oder in Musiksammlungen zu kramen. Für den Büroalltag lässt sich der Touchscreen aber dann doch nur bedingt nutzen. Zwar öffnen sich Briefe oder E-Mails mittels Touchscreen, aber um einen Text mit dem Finger auf den Monitor zu malen, benötigt man deutlich mehr Zeit und Geschick, als wenn man ihn einfach in die gute alte Tastatur hämmert. Und zum schnellen Bestätigen oder Auswählen die Hand jedes Mal von der Tischplatte zum Monitor zu erheben, braucht auch länger, als wenn man das gleiche mit der Maus machen würde.

Eigentlich sparsam, aber geizig beim Tauschen. Aufgrund der kompakten Bauweise lassen sich bei All-in-One-PCs in der Regel auch nur Arbeitsspeicher und Festplatte tauschen. Die entsprechenden Steckplätze sind aber teilweise schwer zugänglich. Wer seinen Rechner immer schön nach- und aufrüsten will, wird damit wahrscheinlich keine große Freude haben. So muss man, um etwa die Festplatte eines Apple iMac auszuwechseln, fast den ganzen PC zerlegen. Jeder Apple-User wird hier allerdings mit Recht aufschreien "Warum er das bitte überhaupt tun sollte?" Mit den flachen Windows-Geräten werden aber jetzt viele PC-Schrauber auf die Idee kommen einmal nachzusehen, was da überhaupt drinnen ist. Da erübrigt es sich eigentlich, noch anzufügen, dass zusätzliche Steckkarten sich ebenfalls nur selten einbauen lassen. Wer noch eine TV-Karte oder einen Card-Reader haben möchte, muss entsprechende Geräte meist per USB anschließen. Erfreulich ist dagegen der Geräuschpegel und der Stromverbrauch. Da All-in-Ones mit besonders stromsparenden Prozessoren arbeiten, wie etwa Intels Atom-Prozessor, sind sie selbst in ruhiger Umgebung kaum hörbar. Geräte mit Netbook-Technik begnügen sich schon mit 20 Watt. Ein iMac mit 24 Zoll-Monitor verbraucht etwa 130 Watt, angesichts der Leistung auch noch genügsam. Und allemal weniger als eine vergleichbare PC-Monitor-Kombination.

Notebook statt Desktop. Auch Notebooks eignen sich mittlerweile hervorragend als Ersatz für klassische Rechner. Mit ihren starken Leistungsdaten und ansehnlichen Display-Diagonalen sind sie für Arbeit und Freizeit gleichermaßen geeignet. Und wenn wir schon von AII-in-One-Geräten sprechen, gehören Laptops schon fast zwangsläufig dazu.