Datensicherung

Das Thema der Datensicherung ist so alt wie die Menschheit selbst und verbindet uns heutige, technisch am Letztstand befindliche User mit dem zeichnerisch begabten Steinzeit-Höhlenmaler. In Stein gemeißelte Hieroglyphen, Papyrus-Schriftrollen, 5 1/4 Zoll Floppy Disks sowie Flash Disks haben nämlich ein und denselben Zweck: Daten zu speichern, um sie für später verfügbar zu halten.

Die Unterscheidung aktueller Speichermedien gestaltet sich für den Laien schwierig, funktioniert aber bei genauerer Betrachtung recht logisch. Zunächst unterscheidet man grob zwei Varianten von Speichermedien: Mechanische und nicht mechanische. Zu Ersteren zählen Festplatten und optische Speichermedien, die per Lese-Schreibkopf ins Medium meißeln - vom Prinzip her vergleichbar mit der guten alten Schallplatte, nicht mechanisch arbeiten jene Devices, die mit Flash-Speicher arbeiten.

Old-School-Speicher. Zunächst zu den mechanischen Speichermedien: Externe Festplatten werden meist über eine USB-Schnittstelle angesteuert und funktionieren analog den fix verbauten Festplatten in unseren Rechnern. Vorteil der externen Festplatte ist die - je nach Größe -schier unbegrenzt fassbare Datenmenge (von Terrabytes ist in diesem Bereich längst die Rede!), einfachst per "Drag & Drop" zu übertragen und auch wieder zu überschreiben. Der digitale Hund liegt hier in der Mechanik begraben. Schon ein "kleiner" Sturz kann den winzigen Schreib-Lesekopf oder die beschichteten Scheiben, die einer CD ähnlich im Inneren der Festplatte vor sich hin rotieren, beschädigen -und alle Back-up-Freuden schlagen schnell in große Trauer um. Zwar gibt es technische Möglichkeiten auch beschädigte oder sogar verbrannte Festplatten auslesen zu lassen, diese übersteigen jedoch meist das Budget des Normalbürgers. Logischerweise war auch noch nicht erprobbar, wie lange solche Festplatten wirklich halten, gibt es sie doch erst seit wenigen Jahren. Grundsätzlich geht man davon aus, dass moderne Festplatten eine Lebensdauer von ungefähr zehn Jahren haben. Nachsichtige Lagerung vorausgesetzt.

Silberscheiben. Die meistverbreiteten Speichermedien der Gegenwart sind nach wie vor CD-ROMs und DVDs, die ebenfalls zu den mechanisch beschrifteten zählen. Bei idealer Lagerung wird den CDs und DVDs eine Lebensdauer von bis zu 100 Jahren bescheinigt. Allerdings versteht sich der Begriff "ideal" diesfalls folgendermaßen: Daten auf die CD oder DVD speichern, die Scheibe in eine Hülle packen und im besten Fall erst nach den besagten 100 Jahren wieder benutzen. Denn CDs und DVDs sind die mit Abstand anfälligsten Speichermedien der Gegenwart. Wer kennt nicht die steckengebliebene Audio-CD oder das endlose "Wieder-und-Wieder-Beschleunigen" des DVD-Laufwerks, das eine beschädigte Disc nicht mehr lesen kann. Schon ein kleiner Kratzer auf Ober- oder Unterseite kann jene Silberscheiben unbrauchbar machen. Selbst Klebeetiketten und deren chemische Ingredienzen können die feine Metallschicht auf der Disc zum Korrodieren bringen. Ganz abgesehen davon ist es überhaupt zu bezweifeln, dass in 100 Jahren noch geeignete Abspielmedien zur Basisausstattung irgendwelcher Rechner zählen.

Die nicht-mechanischen Speichermedien tragen verheißungsvolle Namen wie CompactFlash Card, MMC, SD, miniSD, SmartMedia oder micro SD. Ihnen gemein ist das sogenannte Flash-Speicherverfahren, das ausschließlich mit elektrischen Ladungen und deren Einfluss auf chemische Substanzen arbeitet. Ihr gängigstes Arbeitsgebiet finden sie in Kameras, Mobiltelefonen, Handheld-PCs oder Navigationsgeräten. Sie unterscheiden sich je nach Typ in Größe und Aussehen und zeichnen sich durch hohe Mobilität aus. Ähnliches gilt auch für die allgegenwärtigen USB-Sticks, die ja auch schon bis zu 256 Gigabyte fassen können und allein aufgrund ihrer Größe herrlich praktisch sind. Ihre Kompaktheit ist aber auch ihr größter Nachteil - sie gegen äußere Einflüsse robust zu machen ist nahezu unmöglich, eine beschränkte Lebensdauer ist die Folge.

Zukunftsmusik. Die rasante Weiterentwicklung von Speichermedien wird auch künftig voranschreiten, womöglich sogar in noch höherem Tempo als bisher. Vom Speicherplatz in Atomen, über biegsame, papierähnliche Speicherblätter, bis hin zu organischen, selbstreparierenden Systemen ist da die Rede. Doch vorerst müssen wir uns noch mit den verfügbaren Möglichkeiten zufriedengeben und wohl lieber einmal öfter sichern als einmal zu wenig. Denn wenn uns Computermenschen Texte, Bilder und Dateien unwiederbringlich ins digitale Nirwana abtauchen, empfinden wir meist die selbe Wut und Verzweiflung wie der aufgeweckte Cro-Magnon-Mensch im Jungpaläolithikum, dem gerade die Zeichenkreide abhanden gekommen ist.

Daten richtig sichern

Eine Haltbarkeit von mehreren Tausend Jahren, wie bei den Schriften der alten Römer, wird man mit aktuellen Sicherungsmethoden wohl kaum erreichen. Um das Daten-Back-up dennoch in trockenen Tüchern zu wissen, gilt es, ein paar Grundregeln zu beachten:

Müll oder nicht Müll: Ganz klar, das digitale Zeitalter erleichtert uns in fast allen Belangen das Leben. Durch das vereinfachte Produzieren von Content fallen aber auch teils unfassbar große Daten-Müllberge an, die Speicherplatz schneller dezimieren als einem lieb ist. Bestes Beispiel dafür ist die Digitalkamera. Im Gegensatz zu früher schießt man heute schnell 200, 300 Fotos im wohlverdienten Urlaub, da die "Entwicklung" ja nichts kostet. Daraus folgen Tonnen von Gigabytes mit Datenmaterial. Es empfiehlt sich daher Daten, Fotos oder Musikdateien von Zeit zu Zeit auszumisten. Damit spart man Speicherplatz und sowohl viel Zeit beim Sichern als auch beim Suchen oder Wiederabrufen der Daten.

Wie lange möchte ich über Daten verfugen? Daten für die Ewigkeit sollte man immer doppelt sichern. Einerseits auf einem externen Speichermedium wie Festplatte oder USB-Stick um die Daten schnell verfügbar zu halten. Zwecks Back-up empfiehlt sich aber immer auch noch eine zweite Sicherung auf eDVD oder CD-Rom für die bereits oben genannte "1.000 Jahre"-Lösung.

Manuelle oder automatische Sicherung: Notorischen Sicherungsmuffeln nimmt heutzutage eine Vielzahl von automatischen Archivierungsprogammen die Verpflichtung ab, regelmäßige Backups durchzuführen. Was besonders in Hinblick auf einen möglichen Rechner-Crash beruhigt.

Aufbewahrung der Sicherung: Für alle wie auch immer gearteten Sicherungskopien ist die richtige Lagerung essenziell. Wichtige Back-up-Festplatten oder DVDs und CD-ROMs sind verhaltenstechnisch richtige Nesthocker. Nicht zu kalt oder zu warm und ohne häufige Ortswechsel gelagert, fühlen sie sich am wohlsten. Und gewährleisten größtmögliche Sicherheit.