"Mega" Tauschbörse - ein neues Projekt von Kim Dotcom

Der schillernde Internet-Unternehmer Kim Dotcom hat sein jüngstes Start-up vorgestellt: "Mega" ist ein Cloud-Speicherdienst, der 50 GB Gratisspeicher und Verschlüsselung der Daten anbietet. Dotcom startete "Mega" just am ersten Jahrestag seiner spektakulären Verhaftung. Am 20. Jänner 2012 war er auf seinem neuseeländischen Landsitz festgenommen, später auf Kaution freigelassen worden. Die USA fordern die Auslieferung wegen Urheberrechtsverletzungen, begangen mit dem Vorgängerprojekt.

Dotcom sieht sich mit "Mega" diesmal juristisch auf der absolut sicheren Seite. PR und Angebot von "Mega" passen. Nach zwei Tagen hatten sich laut Dotcom schon eine Million Nutzer auf mega.co.nz angemeldet, und Dotcom twitterte genüsslich Internet-Statistiken, wonach "Mega" den Konkurrenten Dropbox beim Internet-Verkehr bereits überholt habe.

"Mega" Tauschbörse

Robin Hood im Internet

Robin Hood ist wieder da. Sein Sherwood Forest ist ein fürstliches Anwesen' in Neuseeland, seine Anhänger sind Hunderttausende Computer-User aus aller Welt. Selbst einen bösen Sheriff von Nottingham findet man in Form der gesamten US -Unterhaltungsindustrie. Einzig bei der Devise "Stiehl von den Reichen, gib es den Armen" endet die Parallele. Kim Dotcom will mit seinem Robin-Hood-Projekt "Mega" nämlich schon auch mega abcashen. Und anstatt Geld vom Adel zu klauen, bietet er all jenen mit einer eher losen Auffassung des Urheberrechts einen Freihafen zum Umschlag von Filmen, Musik und Computerspielen. Kim Dotcom wird von seinen Anhängern als "Befreier" Copyright-geknebelter Unterhaltungsmedien gefeiert.

Wem das wie ein Déjà-vu vorkommt, der liegt richtig: "Mega" ist der Neuaufguss einer Tauschbörse, die Kim Dotcom schon 2005 gegründet hatte. Die brachte ihm nicht nur dreistellige Millionenerträge, sondern Anfang 2012 auch einen filmreifen FBI-Einsatz ins Haus - und ihn für mehrere Wochen in den Knast. Eine Auslieferung an die USA konnte er verhindern.

Wieder in Freiheit, schlägt er mit dem neuen Projekt "Mega" in dieselbe Kerbe und bietet, gegen Geld, versteht sich, einen Onlinespeicher für Daten aller Art. Diesmal will sich der gebürtige Deutsche abgesichert wissen: Die Dateien auf den Servern sind verschlüsselt - nicht einmal der Anbieter weiß, um welche Art von Daten es sich handelt. Gar nicht dumm, haftet eine Bank ja auch nicht für die Inhalte ihrer Schließfächer.

Ob sich die US-Behörden von diesem Schachzug beeindrucken lassen, darf freilich angezweifelt werden.